Warum Arbeit glücklich macht?

  Warum Arbeit glücklich macht

und warum gerade in Deutschland,
erklärt Prof. Maennig, anhand einer Studie zum Sonntagsblues.

Oder mit Goethe gesprochen:

„nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von schönen Tagen“.  

So sprach der Meister und widmete sich seiner Poesie oder anderen Studien. Denn es bedeutete für ihn inspirierende Beschäftigung mit neuen Inhalten – für Goethe.  

Und was bedeutet es für Deutschlands Führungskräfte?

Für das Selbst­bewusstsein vieler Deutscher sei es einfach „unglaublich wichtig“, dass man einen Beruf ausübe, so Maennig. Das belegen auch andere Studien: Demnach sind Arbeit­nehmer glücklicher als Arbeitslose. Das gilt besonders für Deutschland.

„Es ist in Deutschland verbreitet, dass sich Akademiker über ihren Job definieren“, erklärt Prof. Maennig. Und die meisten Führungskräfte sind Akademiker. Die Zufriedenheit hängt also nicht nur davon ab, ob man Arbeit hat, sondern auch welche. In großen Teilen entscheidet die Wertschätzung von außen, wie sehr wir unseren Job mögen. „Ob Sie Ärztin sind oder Kellnerin, macht in der Außen­wahr­nehmung einen deutlichen Unterschied“, erklärt Psychologe Hagemann. Wenn Arbeit glücklich macht, dann deshalb, weil man das Gefühl hat, eine sinnvolle und zufriedenstellende Aufgabe wahr zu nehmen. Eine Kellnerin kann das genauso gut – wenn sie den Beruf bewusst gewählt hat und von sich aus gerne ausübt.

Warum Akademiker einen Sonntagsblues erleben, hängt damit zusammen, dass sie wo­chen­tags in angesehenen Jobs arbeiten. Am Wochenende hätten viele das Gefühl, sie würden einen gewissen Leerlauf fahren. Sie verbringen zwar Zeit mit der Familie, aber die trägt nicht dazu bei, ein besserer Spezialist in seinem Beruf zu werden. Dazu der Ökonom Maennig:

„Es hört sich hart an, aber die große Erfüllung, die viele Akade­miker aus ihrem Beruf auch ziehen,
bekommen sie am Wochenende nicht.“  (zur Studie: http://bit.ly/2nYgsmf )

Wenn sich ein gewisser Leerlauf einstellt, ist es zunächst gut, denn kein Mensch kann pausenlos auf Hochtouren arbeiten. Jeder braucht eine Pause. In früheren Zeiten war der „heilige Sonntag“ zum Erholen da, das Arbeiten am Sonntag war zeitweise verboten. Das ist bitte kein Lobgesang auf frühere Zeiten. Ich möchte die Zeit nicht zurückdrehen. Vielmehr möchte ich daran erinnern, dass wir Menschen immer noch ein natürliches Bedürfnis nach Ruhephasen und Ausgleich haben, ohne Termindruck und verplante Zeit. Nur dann können Geist und Körper regenerie­ren.

Es ist übrigens auch für das Unternehmen gesund. Ein ausgeruhter Mitarbeiter kann in einer neuen Woche wesentlich bessere Leistungen liefern, als jemand, der permanent unter Sress steht. 

Mein Tipp für‘s Wochenende:

Sobald Sie in arbeitsfreien Zeiten eine gewisse Leere spüren, halten Sie kurz inne und fragen sich selbst: „welche Erfolge habe ich in der Woche erreicht“ zählen Sie für sich konkret auf „was haben Sie vom Montag bis Freitag gut gelöst?“ Sie werden sehen, da gab es Einiges, was Sie bereits gut erledigt haben. Richten Sie öfter den Fokus auf Erfolge. Loben Sie sich einfach mal selbst, erkennen Sie Ihre Leistungen an. Damit werden Sie unabhängiger von der Außenwelt. Und sollten Sie immer noch eine Leere spüren, dann erinnern Sie sich bitte daran, dass wir im Leben Phasen von Hochleistung, von Training und von Entspannung haben. Und wir haben alle 3 Phasen nötig. Leider ist heute die Arbeitswelt von Leistungsdruck geprägt, so dass nur Hochleistung zählt. So kommen viele Arbeitende locker auf eine 60-Stunden-Woche. Am Wochenende kommt dann die Phase der Entspannung, und die ist so ungewohnt, dass man unsicher wird, ob es sein darf, plötzlich nichts zu tun.

Das belegen zahlreiche Studien: es ist nicht nur erlaubt, es ist notwendig, regelmäßig auszuspannen. Es geht sogar noch viel weiter: Thomas Südhof (Nobelpreisträger 2013 für Medizin) hat aus seinen Studien zur Arbeitsorganisation nachgewiesen, dass Dauerstress langfristig nicht nur die Leistungsfähigkeit bremst, Dauerstress schädigt sogar das Gehirn. unter: http://bit.ly/2oWV69y

Er hat als höchste Obergrenze 10 Std./Tag festgelegt und schickt seine Mitarbeiter aus dem Forschungslabor nach Hause, wenn Sie nach 20:00h weiter forschen wollen. Wechseln Sie mal die Perspektive:

am Wochenende ist Entspannung auf der Agenda. Nicht nur Ihre Kreativität wird sich erholen, auch Ihre Familie wird es Ihnen danken!